Rundbrief Jahresende 2020 – Endulen e.V.

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Förderinnen und Förderer des Endulen e.V.,

das Jahr 2020 ist sicher für keinen von uns wie geplant abgelaufen, so auch nicht für den Endulen e.V.. Die SARS-CoV-2-Pandemie zeigte direkte Auswirkungen auf unsere Projektarbeit.
Das Jahr startete mit drei verschiedenen Projektreisen durch Vereinsmitglieder nach Tansania, die noch ohne Einschränkungen
durchgeführt werden konnten. Svenja Nitsche und Georg Mock arbeiteten zunächst im Missionskrankenhaus in Ndanda und besuchten danach Kipatimu, ein neuer Projektort seit 2019. Durch den immer enger
werdenden Kontakt konnten neue Projekte vor Ort initiiert und das Krankenhaus durch Ausstattung und Reparaturmaßnahmen
durch unseren Verein unterstützt werden. Florian Schneider konnte nur kurz vor dem weltweitem Lockdown seine Projektreise nach Endulen beenden und damit auch das GIZ-Projekt abschließen, ein Projekt zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit und Menstruations-Hygiene. Die positiven Daten des abgeschlossenen Projekteskonnten im Januar 2020 auf dem GTP Kongress (Gesellschaft für Tropenpädiatrie) in Berlin vor-gestellt werden. Ebenso zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Geburtenrate im Endulen Hospital über diese Zeit.

Geburtenrate im Endulen Hospital schwarze Linie: Spontangeburten,
blaue Linie: Kaiserschnitte, rote Linie: Patient*
innen mit Beschneidung

Florian konnte auch die neuen Angestelltenhäuser
in Endulen begutachten, die nun das Leben und Arbeiten im Endulen Hospital deutlich verbessern.

Labdoo.org hat uns wieder Laptops gespendet, die auf den Projektreisen mitgenommen und verteilt wurden. So gingen zwei Laptops an das Kipatimu Hospital und den Stipendiaten Nestory dank Svenja Nitsche und Georg Mock und einer an den Stipendiaten Wistone dank unseres Mitglieds Felix Fuchs. Felix haben wir es auch zu verdanken, dass Spenden
in Höhe von 745 € zur Verbesserung der Laborausstattung im Rahmen seiner Reise das Endulen Hospital erreichten.

Svenja und Georg bei der Übergabe der Laptops an das Team in Kipatimu
Felix Fuchs und unser Stipendiat Wistone

Erfreulich ist, dass das Endulen Hospital eine sehr engagierte junge Ärztin, Dr. Magdelene Utouh, als Chefin bekommen hat. Die Zusammenarbeit hat durch sie einen neuen Aufschwung erlebt.

Das neue Röntgengerät, finanziert 2019,
ist nun gut im Einsatz

Unser Mitglied Thomas Soballa nahm eine unglaubliche Fahrradtour auf sich, um mehr Aufmerksamkeit und Anreiz für die Spendenaktion zu schaffen und fuhr mit dem Fahrrad innerhalb von 10 Tagen durch ganz
Deutschland von Flensburg nach Grenzach. Abschnittsweise wurde er von Vereinsmitgliedern begleitet.

Wir waren alle sehr beeindruckt von seiner Leistung!

Aber nicht nur Thomas war sportlich unterwegs, auch alle anderen wurden aktiv, als dann auch noch unser Teilnahme am mittlerweile traditioneller Frankfurt-Staffelmarathonausfallen musste. Wir starteten spontan einen virtuellen Lauf. Das Ziel: innerhalb eines Monats von Aufhausen (Gründungsort unseres Vereins) nach Endulen (Tansania) 8.920km zu laufen. Unglaubliche 197 Läuferinnen fanden sich online zusammen, die im Lockdown der zweiten COVID-Welle für uns bei Wind und Wetter raus gingen und Spendengelder sammelten. Die Strecke legten wir dadurch mit Leichtigkeit zurück. Es wurden sogar insgesamt 12.103km erlaufen. Die drei Sponsoren Rhoen Rehab, Rezidenzia und Waldemar Pautow spendeten pro gelaufenen Kilometer und zusammen mit einer freiwilligen Startgebühr kamen insgesamt 6.051 € zusammen. Diese Spenden fließen direkt in die COVID-19-Hilfen vor Ort ein.

Vielen Dank an unsere Sponsoren, Spenderinnen und alle emsigen Läufer*innen an dieser Stelle!

Leider dieses Jahr nicht als Staffelmarathon möglich, dafür
als virtueller Charity Run von Aufhausen nach Endulen

Auch für unsere mittlerweile 8 Stipendiat*innen in Tansania hatte die PandemieAuswirkungen, da zeitweise alle Studien unterbrochen wurden. Ebenso konnte die Weiterbildung von Angestellten des Endulen
Hospitals zu Kinderintensivpflegerinnen, kofinanziert durch das Kindermissionswerk, nicht stattfinden. Dennoch gibt es gute Nachrichten! Wistone und Kiondo konnten erfolgreich ihre Studien im November beenden und Tansania hat nun einen Orthopäden und einen Gynäkologen mehr! Das Medizinstudium von Jens ist mittlerweile vollfinanziert und wir haben eine neue Stipendiatin in unser Programm aufgenommen.

Grace ist in der Ausbildung zum Medical Officer/Arztassistentin und wird über einen privaten Spenderkreis finanziert. Außerdem reagierten wir auf eine Notlage bei einem angehenden Gynäkologen Tom, dessen Spender die Zahlungen auf Grund der Pandemie abrupt einstellen musste und damit seine weitere Ausbildung gefährdet war. Mit 730 € unterstützten wir ihn, da uns die gynäkologische Versorgung in Tansania sehr am Herzen liegt. Im nächsten Jahr werden wir wieder Stipendien ausschreiben und freuen uns schon jetzt darauf, neue Stipendiatinnen begrüßen zu dürfen.

Grace im Labor im Rahmen ihrer Ausbildung.


Das Jahr war aber nicht nur geprägt von unsicheren oder schlechten Nachrichten. Besonders haben wir uns gefreut über eine erneute Förderung unseres Mutter-Kind- Projekts durch die GIZ im Rahmen von
50.000 € für weitere zwei Jahre. Dies ermöglicht uns noch nachhaltiger zu
arbeiten. Dadurch können wir nun weitere Trainings durchführen, sowie das Projekt zur Verbesserung der Menstruations-Hygiene fortführen.
Außerdem werden wir ein neues Ultraschallgerät für das Endulen Hospital
finanzieren, das besonders für die Geburtshilfe dringend nötig ist.

In Kooperation mit dem Flying Medical Service
und Wolfgang Wasserthal (Arbeitsgruppe Freezolar des gemeinnützigen “Verein zur Förderung Angepasster Technologien“ der TU Berlin) konnten wir ein Projekt für zwei Gesundheitsstationen vor Ort (Ketumbeine und Engoveroni) initiieren. Es geht um nachhaltige, energieeffiziente und sicherere Solar Kühlboxen vorrangig für Impfstoffe. Für die beiden hochwertigen Boxen haben wir einen Zuschuss von der Initiative Teilen im Casunuswerk e.V. bekommen. Leider kam bei der Umsetzung des Projekts auch die Pandemie in die Quere, was Herstellungs- und Transportketten anging, sodass wir das Projekt auf 2021 verschoben haben. Das Geld der Initiative Teilen konnten
wir stattdessen für die COVID-Hilfe in anderen Projekten verwenden.

Vereinsintern

Unsere Mitgliederversammlung musste zum ersten Mal komplett online stattfinden. Im Rahmen dieser verkündete Philipp Metzger leider aus privaten Gründen seinen Rücktritt aus dem Vorstand. Florian Schneider
übernimmt den Vorstandsposten bis zu den Neuwahlen im kommenden Jahr. Bei einem Vorstandswochenende Anfang September konnten wir den Vorstandswechsel gut durchführen. Auch konnten wir die Grundlagen für eine neue Homepage legen, die mittlerweile Dank unermüdlicher Arbeit von Judith von Andrian online gegangen ist, und erarbeiteten ein Konzept zur vereinsinternen Kommunikation. 2020 durften wir ein neues Mitglied
begrüßen und sind nun insgesamt 39 Mitglieder– so viele waren wir noch nie.

Wir schließen das Jahr 2020 dennoch zuversichtlich und haben auch schon die nächsten Projektreisen 2021 im Auge – abhängig natürlich von der weltweiten Situation. Die erneute Zusage der GIZ und die gute Weiter-führung der Projektarbeit vor Ort trotz aller Widrigkeiten lässt uns auf ein gutes Jahr 2021 hoffen, das wir auch all unseren Unterstützer*innen, Spender*innen und Vereinsmitgliedern wünschen.

Vielen Dank für Eure Spenden und
die Unterstützung auch in diesen Zeiten, die sicher für alle nicht einfach waren und sind!

Euer Vorstand
Florian Schneider, Judith von Andrian, Anna-Marie Salaja und Patricia Neugebauer

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