Frühjahrstagung 2022

 

Manch einer wird nach der Vorstellung der Mittelverwendung am letzten Tag unseres diesjährigen Frühjahrstreffens (8.-10. April) erschöpft den Laptop zugeklappt haben. Ein Wochenende lang vor dem Bildschirm zu sitzen und den Entwicklungen und Ideen der 25 verschiedenen Projekte zuzuhören, ist ohne Frage anstrengend. Trotzdem blicken wir auf ein schönes Frühjahrstreffen zurück – zumindest unter uns im Vorstand hat das Wochenende neben leichter Erschöpfung nämlich vor allem eins ausgelöst: ehrliche Freude über die erfolgreiche Entwicklung aller Projekte trotz vielfältiger Herausforderungen, die wachsende Ini Teilen Gemeinschaft und den harten Kern, der teilweise seit Jahren treu dabei ist und unsere Veranstaltungen bereichert.

 

Hinter all den Projekten, die von der Initiative Teilen gefördert werden, liegt ein herausforderndes Jahr. Die Corona-Pandemie hat in vielen Projekten das Spendenvolumen eingeschränkt, die landesspezifischen Ausgangs-Beschränkungen haben die Umsetzung einiger Vorhaben nicht erlaubt, hinzu kommen Pandemie-unabhängige Herausforderungen.

Im Stipendienprojekt „Gemeinsam gegen Armut auf den Philippinen“ (GGAP) hat ein Tsunami viele der Ausbildungszentren
beschädigt, die im ganzen Land verteilt sind. Nun müssen neben den laufenden Kosten die Ausbildungsstätten repariert werden, zu manchen der Zentren ist der Kontakt vorübergehend ganz abgebrochen.

Im Nguyen Nga Center (NNC) in Vietnam, einem Zentrum für Menschen mit Behinderung, liegt wegen finanzieller Engpässe seit
Beginn der Pandemie der Bau des neuen Centers still und ohne Center fehlt der nötige Raum für den Unterricht der Schüler*innen.

Das Projekt „Bildung ist Zukunft“ in Nicaragua hat von den bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Land berichtet und davon, wie immer neue Gesetze die Arbeit ausländischer Organisationen einschränken und die Arbeit vor Ort behindern.

Wer nun glaubt, diese Hindernisse würden für Verzweiflung sorgen, täuscht sich. Neben den Tsunami Schäden konnte GGAP von der erfolgreichen Begleitung der inzwischen fast 1200 Absolvent*innen und von den mittlerweile 20 Jahren Zusammenarbeit mit der Initiative Teilen berichten. Fürs NNC war Gründerin Co Nga aus Vietnam zugeschaltet, die mehr als begeistert vom Recycling Garden erzählt hat – ein nachhaltiges Projekt, das aus der Not der Pandemie entstanden ist und den Schüler*innen seit einigen Monaten eine neue Aufgabe und einen entspannten Ort zum Lernen außerhalb der Stadt bietet. Und „Bildung ist Zukunft“ sieht sich durch die politische Lage erst recht motiviert. Mit viel Kreativität halten sie den guten Kontakt mit den Partnern in Nicaragua aufrecht, ermöglichen weiterhin Stipendien und haben vom Erfolg des Bücher Busses berichtet, der trotz aller Einschränkungen weiterhin Wege findet, die Kindern in den Dörfern um Masaya und Tipitapa mit vielseitigen Bildungsangeboten zu erreichen.

Dies sind nur drei Beispiele, die stellvertretend für alle Projekte stehen, die auf dem Frühjahrstreffen erzählt haben, wie sie Wege finden ihre Ideen umzusetzen und trotz diverser Herausforderungen weiterzumachen.

Neben den alten Hasen hat es in diesem Jahr auch fünf Neuanträge gegeben. Die Yeleen Women Association setzt sich als lokale
Organisation in Mali gegen Mangelernährung ein. In Burkina Faso wird binnenflüchtigen Kindern vom Burkina Kinderhaus trotz der anhaltenden Unruhen eine Schulbildung ermöglicht. Das Coega Door of Hope in Südafrika bietet 26 Kindern
sozial benachteiligten Kindern in Gqeberha ein Zuhause im Familienverbund. Musiker Ohne Grenzen schafft mit Musikunterricht in Accra, Ghana, neue Perspektiven für Kinder aus sozial benachteiligten Stadtteilen. Und Nguvu ya Elimu schafft in Mbeya im Südwesten Tansanias einen Ort des Lernens, Lebens und der Gemeinschaft für Jugendliche mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung.

Beim Frühjahrstreffen hatten wir vom Vorstand die Möglichkeit, diese neuen Projekte besser kennenzulernen. Gleichzeitig konnten sich alte und neue Projekte beim Frühjahrstreffen austauschen, vernetzen und voneinander lernen.

Unter Projekte  könnt ihr mehr über das Netzwerk der Initiative Teilen herausfinden.

Wie auch im letzten Jahr endete das Frühjahrstreffen am Sonntagnachmittag mit der Vorstellung der diesjährigen Mittelverwendung. Obwohl die Initiative Teilen rund 10.000 Euro mehr Spenden als im vergangenen Jahr eingenommen hat, mussten wir, der Vielzahl der Anträge, leider bei allen Projekten ein wenig kürzen.

Auch wenn es immer schade ist, wenn wir die Projekte nicht vollständig unterstützen können, freuen wir uns über das große Vertrauen in die Initiative Teilen und die große Spendenbereitschaft, die immer weiter wächst.

In der Reflektion nach der Vorstellung der Mittelverwendung wurde noch einmal klar, was wir schon beim „Kaminabend“ am ersten Abend des Frühjahrstreffens gemerkt haben: Neben der Freude über das Wiedersehen alter Bekannter und dem Austausch über die Fortschritte und Herausforderungen, istder Wunsch nach einem Initiative Teilen Treffen in Präsenz ungebrochen. Kein digitales Treffen kommt der Vertrautheit und dem regen Austausch auf einer Präsenz-Veranstaltung gleich! Das geht dem Vorstand selbstverständlich nicht anders, deshalb werden wir im kommenden Jahr 2023 alles daran setzen, euch endlich wieder in Persona zu unserem Frühjahrstreffen zu begrüßen.

Trotzdem bedanken wir uns bei den allen Teilnehmenden für die gelungene Veranstaltung und freuen uns, dass das Online-Format wieder den Austausch mit einigen Projekt-Vertreter*innen vor Ort ermöglicht hat.

An dieser Stelle möchten wir uns außerdem im Namen der Projekte und Projektpat*innen bei allen Mitgliedern, Cusaner*innen und
Freund*innen der Ini für die Spendenbereitschaft im letzten Jahr herzlich bedanken!

In den vergangenen, wie auch in den kommenden Monaten sind wir in besonderer Weise auf die cusanische Solidarität und Ihre/Eure Teilnahme an unseren Spendenaktionen angewiesen. Dank Ihnen und Euch können wir trotz aller Einschränkungen und der ausgefallenen Veranstaltungen, auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken!

Danke!!!

Euer Vorstand

Eva, Selina, Katja, Malin & Christin

 

 

Schreibe einen Kommentar